Strichzeichnung Igel

 
 

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Insektenfresser
Familie: Igelartige (Erinaceidae)
Gattung: Igel (Erinaceus)
Art: Braunbrust- oder Westigel (Erinaceus europaeus)

 

Igel gehören zusammen mit Maulwürfen und Spitzmäusen zur Ordnung der Insektenfresser. Dieser Ordnungsname deutet auf die Hauptnahrung des Igels hin – Insekten. So stehen auf seinem Speisezettel Laufkäfer, Larven von Schmetterlingen, Ohrwürmer, aber auch andere Gliedertiere wie Spinnen und Tausendfüsser, sowie Regenwürmer und Schnecken. Gelegentlich fressen Igel sogar Frösche, nestjunge Kleinsäuger und Vögel, Eier von bodenbrütenden Vögeln sowie Fallobst, Beeren und Nüsse. Auf der Futtersuche bewegen sie sich langsam vorwärts und stecken dabei ihre geruchsempfindliche Nase in Gras und Laub, um etwas Fressbares aufzustöbern. 

Igel sind nachtaktiv. In der Abenddämmerung beginnen sie mit der Futtersuche; dabei können sie Strecken von mehreren hundert Metern zurücklegen. Am frühen Morgen suchen sie sich einen geschützten Platz auf, wo sie den Tag verschlafen. Igel benützen mehrere verschiedene Tagesschlafplätze, die sie oft zu einem kunstvollen Nest ausbauen.

Bemerkenswert ist der hervorragende Orientierungssinn. Igel erstellen im Laufe ihres Lebens im Gedächtnis eine Art Landkarte, auf der Durchschlüpfe, Hindernisse, Tagesschlafplätze und künstliche Futterstellen «kartiert» sind. Igel sind ausgesprochen Einzelgänger; dennoch verteidigen sie ihren meist grossen Aktionsraum nicht gegen Artgenossen.

Igel sind Winterschläfer. Damit können sie die nahrungsarme Jahreszeit durch einen auf Sparflamme laufenden Stoffwechsel überbrücken. Während dieser Zeit zehrt der Körper von den im Herbst angefressenen Energiereserve in Form von Fett. Igelmännchen beginnen in unserer Region den Winterschlaf Ende Oktober, etwa einen Monat früher als die Weibchen. Dies gibt den Weibchen, die bis in den Herbst hinein noch mit dem Säugen der Jungen beschäftigt waren, etwas mehr Zeit, sich eine Fettreserve für die Wintermonate anzufressen. Im Frühling erwachen die Männchen etwa Mitte März aus dem Winterschlaf, wiederum etwa einen Monat vor den Weibchen. Das erlaubt es den Männchen, sich vor der kräftezehrenden Paarungszeit – April bis August – noch so richtig vollzufressen. Die Weibchen werden also, kaum sind sie aus dem Winterschlaf erwacht, bereits von Igelmännchen umworben. Dabei suchen die Männchen auf weiten Wanderungen die Wohngebiete der Weibchen auf, welche ihnen mit der Zeit bekannt sind. Die Paarung wird durch das sogenannte «Igelkarussell» eingeleitet. Dabei wird das Weibchen manchmal stundenlang vom Männchen umkreist. Nach der Paarung gehen Männchen und Weibchen wieder getrennte Wege.

Nach einer vier- bis fünfwöchigen Tragzeit werden die Igeljungen geboren. Ihre Stacheln sind noch in die aufgequollene Haut eingebettet, so dass der Geburtskanal der Mutter nicht verletzt wird. Pro Wurf werden zwei bis neun, im Durchschnitt vier bis fünf Junge, geboren. In unserer Gegend gibt es normalerweise nur einen Wurf pro Jahr, selten einmal zwei Würfe. Die Jungen kommen mit geschlossenen Augen zur Welt, welche sich nach etwa zwei Wochen öffnen. Die Jungigel werden ca. sechs Wochen gesäugt. Mit vier Wochen beginnen sie jedoch bereits selbst Nahrung zu suchen und ihre Umgebung zu erkunden. Von der Geburt bis zur vollständigen Selbständigkeit vergehen sechs bis sieben Wochen. Die Jungigel bleiben noch wenige Wochen zusammen, bevor das für diese Tiere typische Einzelgängerleben beginnt. 

Das Aussehen wird geprägt durch das Stachelkleid, ein wirkungsvolles Verteidigungssystem. Der Stachel ist ein federleichtes, aber robustes Horngebilde. Ein erwachsener Igel trägt bis zu 9000 Stacheln.

 

Helen Thoma
Ostschweizer Igelfreundeverein