Neuigkeiten aus den Igelstationen
Jahresbericht 2025 Igelpflegestation Walterzoo
Einen spannenden Einblick in die Arbeit der Igelpflegestation im Walterzoo bietet sich beim Lesen des
Jahresberichts 2025. Es wurden 2025 insgesamt 284 Igel aufgenommen, wobei Traumata, Verdauungsprobleme und allgemeine Schwäche die häufigsten Ursachen für eine Einlieferung darstellten. Trotz des oft kritischen Zustands der Tiere bei der Ankunft konnte nach der ersten stabilisierenden Phase eine potenzielle Auswilderungsrate von rund 62 % erreicht werden. Neben der medizinischen Versorgung leistete die Station mit 1'267 Telefonaten einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung über igelfreundliche Lebensräume und den richtigen Umgang mit Findeltieren. Eine begleitende Masterarbeit unterstrich zudem die Bedeutung einer langfristigen Datenerhebung, um Veränderungen in der Altersstruktur der Population und saisonale Muster besser zu verstehen.
Jahresbericht 2025 Igelstation Heiden
Lisa Wüthrich-Früh hat uns für die Igelstation Heiden für 2025 folgenden Jahresbericht gesendet:
Es gibt sie nun schon seit drei Jahren, die Igelstation. Die Anzahl behandelter Igel hat sich inzwischen mehr als verdoppelt. Doris, Brigitte und Lisa freuen sich, dass die Igel nun nach und nach im Winterschlaf angekommen sind. Der Rückblick bestätigt, dass die Institution «Igelstation» aus verschiedenster Hinsicht eine geschätzte und wichtige Aufgabe übernimmt. Nebst der Pflege von hilfsbedürftigen Igeln vor Ort, spielt auch die Beratung eine immer grössere Rolle. Diese Tatsache ist in vieler Hinsicht eine echte Bereicherung. Aus einer einfachen Anfrage wurde manch ein schönes Igelprojekt. Dies veranschaulicht das gute Zusammenleben von Mensch und Natur und gibt uns auch den Mut, weiterzumachen.
Die Winterpause wird für eine weitsichtige Vorausplanung genutzt.
Um den grossen Herausforderungen langfristig zu begegnen, soll aus der Arbeitsgruppe ein Verein werden. Es ist geplant, eine Teilzeitstelle zu schaffen und mit einer qualifizierten Wildtierpflegerin zu besetzen. Damit soll die professionelle Weiterführung der Igelstation gewährleistet bleiben. Die Unterstützung der drei Gründerfrauen mit ihrem Fachwissen sowie Rat und Tat soll auch zukünftig der Igelstation im Ehrenamt zugutekommen. Den Helfern und Helferinnen gebührt ein grosses Dankeschön für die wertvolle Unterstützung im vergangenen Jahr und die Bereitschaft, mit uns den neuen Weg zu bestreiten.
Die enge Zusammenarbeit mit Heiden-Natur bleibt insbesondere in der Öffentlichkeitsarbeit bestehen.
Jahresbericht 2025 Igelstation Mels
Anbei teilen wir gerne mit euch einen der Jahresberichte der Igelstationen aus erster Hand. Dieser Bericht ist von und über die Igelstation Mels, SG:
Im vergangenen Jahr war auf der Igelstation Mels einiges los. Im Frühling konnten alle überwinterten Igel in die Natur entlassen werden, alle haben den Winterschlaf überlebt.
Da der Frühling sich sehr früh ankündigte suchten sich die freilebenden Igel auch früher als sonst ihr Gspänli. Wir beobachteten im Mai den ersten Wurf, dann kam im Juli ein zweiter und gegen Ende September ein dritter Wurf dazu. Im Oktober wurden in kurzer Zeit 20 Igeli mit einem Gewicht zwischen 60-90 Gramm auf die Station gebracht. Darunter war ein sechser, ein vierer, zwei dreier Würfe und drei einzelne Igelbabies. Die kleinsten wurden mit der Flasche aufgepäppelt bis sie ein Gewicht von 80 Gramm aufwiesen. Igel haben den Futterinstinkt schon bei der Geburt. Einige bedienen sich früher am Futternapf als andere, so wie es ihnen gerade passt. Die Gewichtszunahme wird daher engmaschig kontrolliert. Alle 20 Igel sind auf der Station und werden - einige davon sind im Winterschlaf - bis zum Frühjahr bleiben. Wie leider gewohnt, gab es die Fälle welche durch Trimmer oder Fadenmäher verletzt wurden. Die Wunden sind schon tiefer Natur, doch dank der sofortigen tierärztlichen Behandlung auch gut zu pflegen auf der Station. Es hat sich herumgesprochen, dass verletzte Igel sofort in tierärztliche Behandlung gebracht werden sollen, damit keine kostbare Zeit verloren geht. Kranke Igel sind an der Tagesordnung, d.h. die Tiere sind von Parasiten geplagt und werden erfolgreich mit Medikamenten behandelt. Auf der Station werden grundsätzlich auch natürliche Mittel eingesetzt, zum Beispiel Heilerde. Igel sind gerne von Milben befallen, daher ist es ein MUSS, dass die Igelstation sauber und desinfiziert ist. Ein einziger Igel mit Milbenbefall kann die ganze Station anstecken. Wir haben das Glück, dass im Frühjahr wenn die Station verwaist ist, Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr ihre Hilfe anbieten und zusammen mit uns die ganze Station schrubben.
Schöne Augenblicke gibt es immer wieder übers Jahr, sei es, dass gesund gepflegte Igel in die Natur dürfen oder Schulkinder die Station besuchen um mitzuhelfen beim Putzen füttern und Nistmaterial herrichten. Es macht Freude und spornt uns an uns weiter um unsere stachligen Freunde zu kümmern.
Interview mit Igelstation Frauenfeld
Im St. Galler Tagblatt ist kürzlich ein lesenswertes Interview (Link nur mit Abo zugänglich) mit Margareta Schlumpf von der Igelstation Frauenfeld erschienen.
Dankenswerterweise hat uns die Redaktion des Tagblatt erlaubt den Artikel als PDF zu publizieren.
Igelstation Mels im TV Ostschweiz
In einer Reportage vom TVO erklärt Pia Albrecht von der Igelstation Mels, dass dieses Jahr im November aussergewöhnlich viele vor allem junge Igel in der Station gepflegt werden müssen. Das sei nicht normal. Pia Albrecht spricht sogar von einer "prekären Situation", da momentan schon mehr Igel Pflege bedürfen, als sonst jeweils überwintern. Auch in den anderen Stationen herrscht momentan Hochbetrieb. Und es ist erst Anfang November.
